Diätkarriere



Bis zu meinem 18. Lebensjahr war ich eigentlich völlig normal, naja ein klein wenig pummelig mit 171 cm Körpergröße und 75 Kg, aber als Kind war ich normal, bzw schlank und trotzdem war ich immer die Fette und wurde gehänselt. Ich war halt immer Größer, als die anderen bei 1,30 m rumkrepelten war ich schon fast 1,50 m groß und habe dementsprechend auch mehr gewogen als die anderen.
HIER sind Bilder von mir

Meine Zunahme begann 1995 mit der Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadtverwaltung XYZ, ich bereue noch heute, dass ich bei dem Verein gelernt habe. Der damalige Ausbildungsleiter hat mich gemobbt und fertig gemacht und die "netten" Kollegen gewisser andere Abteilungen haben fleissig mitgemacht, ja genau, ihr Pi**er aus der Stadtkasse und Straßenverkehrsabteilung seid angesprochen".
Ende 1996 hatte ich dann 90 Kg erreicht und ich ließ mich bequatschen bei ReduMed einen Vertrag zu unterschreiben. Klar, ich habe in 8 Wochen 20 Kg verloren, aber zu welchem Preis? Täglich nur 500 Kcal, alle 2 Tage eine Aufbauspritze, damit der Körper nicht schlapp macht, keine Fertiggewürze, dies nicht und das nicht, keine ärztliche oder psychotherapeutische Betreuung vor Ort und für das alles mal eben 2000,- DM. Ich habe in der Zeit eine Bulimie entwickelt, weil ich nicht ohne Süßes sein konnte. Mindestens zwei weitere Personen die ich persönlich kenne, haben bei ReduMed toll abgenommen aber auch superschnell zugenommen und viel mehr gewogen als vorher und so ging es natürlich auch mir. Ich habe meine Ausbildung durchgezogen und mit ganz miesen Noten abgeschlossen, ich wurde dann aus "sozialen" Gründen für 6 Monate übernommen und musste mein Dasein in der besagten Stadtkasse fristen, wo man mich mit bescheuerten Botengängen beschäftigte während meine ehemalige MitAzubine als Sachbearbeiterin eingearbeitet wurde! Welcher Teufel mich geritten hat mich innerhalb der Stadtverwaltung auf eine Halbtagsstelle zu bewerben weiß ich immer noch nicht. Jedenfalls hat der Personalchef, der vorher der Ausbildungsleiter war, zu mir gesagt "Frau K. sie müssen das verstehen, sowas wie sie können wir hier nicht gebrauchen!" Ich dumme Kuh habe geheult, statt dem Arsch mal zu sagen was er mich alles kann, denn ich hatte zu dem Zeitpunkt bereits zwei andere Zusagen für besser bezahlte Stellen in anderen Behörden. Leider bin ich nie gegen diesen Menschen (?) vorgegangen, aber ich hasse ihn bis heute abgrundtief und das wo ich eigentlich überhaupt nicht nachtragend bin. 1999 habe ich dann meinen ersten Zeitvertrag beim Arbeitsamt XYZ bekommen, dort habe ich mich wohl gefühlt und meine Arbeit und Person wurden geschätzt. Ich wog zwar meine 98 Kg aber fit wie ein Turnschuh, weil ich alles nur mit dem Fahrrad gemacht habe, ich hatte ja kein Auto. Zwischendrin habe ich verschiedene Diäten ausprobiert, wie FDH, Brigitte, und diverse Hausfrauenzeitschriftendiäten, Nulldiät und die Almased Diät (habe am abend des 1. Tages nur gekotzt von dem krümeligen Eiweißscheiß)



Dann kam das Jahr 2000...ich war 22 und wähnte mich am Ziel meiner Träume eine  unbefristete Anstellung in der Gehaltsgruppe Vc (heute E8) bei der Landeshauptstadt XYZ. Zu Beginn hatte ich viel Freude an der Arbeit und den Kollegen, doch sehr schnell kamen ständig neue Kolleginnen dazu, dürre intrigante Schicksen und mein Mobbing Martyrium begann erneut, gewehrt habe ich mich nicht, weil der einzige Versuch mit meinem "tollen" Vorgesetzten darüber zu reden abgetan wurde als Einbildung. Bis 2005 hatte ich mich auf fast 140 Kg hoch gearbeitet, dazwischen lagen Weight Watchers, Xenical, LowFett  30, und diverse andere PillePalle Diäten die alle nur wenig und kurzfristigen Erfolg brachten. Bis Mitte 2007 habe ich es in der Mobbingabteilung durchgehalten, bis mir dann eines Morgens die pferdegesichtige blonde Kollegin, gerade als ich durch die Tür kam schon den Tag versaute. Da habe ich nur noch das erledigt was da war, habe keine Post geholt, meinen Schreibtisch aufgeräumt und bin gegangen mit dem Wissen nie wieder in diese verlogene Abteilung zurückzukehren.



Wie dem auch sei, ich war dann erstmal 7 Wochen krank geschrieben und die Personalstelle musste zusehen wo sie mich unterbringen. Von da an war ich Springer und durfte "Hilfsarbeiten" für zwei verschiedene Abteilungen erledigen, in denen es mir besser erging als in meiner alten, aber nur tote Menschen erfassen ist nicht so die wahre Lösung für einen ohnehin schon depressiven Menschen der mittlerweile über 150 Kg wiegt. 2008 hatte ich an meinem Geburtstag einen besonders dummen Zwischenfall im Zug, eine fremde Frau setzte sich ohne zu fragen neben mich und das wo ich panische Angst vor Fremden habe und noch schlimmer wenn sie direkt neben mir ist auf der gesamten Strecke von Hamburg nach Hannover. Ich konnte die Dame nicht mal bitten sich woanders hinzusetzen bzw ich konnte mich nicht umsetzen, die Dame hatte eine dunkle Hautfarbe und sie hätte es völlig falsch verstanden :-(  Klingt für die meisten nach einer Lappalie, für mich war es ein Weltuntergang. An diesem Tag bin ich psychisch so zusammengebrochen, dass ich nur drei Wochen später einen 8-wöchigen Aufenthalt in der Psychosomatischen Klinik der Uniklinik Lübeck hatte, indem ich einen weiteren üblen Zusammenbruch hatte aber auch auf 142 Kg abspeckte. In 2009 folgten zwei Wiedereingliederungsversuche in meinem Beruf, der erste wurde seitens des Arbeitsgebers abgebrochen, weil ich keinen richtigen Arbeitsplatz hatte, den zweiten habe ich  nach fast 7 Wochen abgebrochen, weil ich dem Druck und der Anstregung nicht gewachsen war. Seitdem bin ich zu Hause und mein Gewicht stieg bis Januar 2010 auf 171,3 Kg an. In der Psychosomatischen Klinik Bad Bramstedt habe ich ca. 10 Kg abgenommen, sehr viel gelernt und neuen Lebensmut geschöpft. Ich habe gleich nach der Entlassung aus der Klinik meinen Antrag für die Kostenübernahme für die Magenbypass OP in die Wege geleitet, meinen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt, meine Gruppenpsychotherapie begonnen...
Am 09.12.2010 war dann endlich meine OP, zu dem Zeitpunkt habe ich 160,8 Kg gewogen... den kompletten Rest könnt ihr in den Blogposts nachlesen.